Abschiedsfahrt der legendären HGe 4/4l 1992 «Muni»

Auch im Jahr 2025 durfte die beliebte Chlausfahrt der Zentralbahn traditionsgemäss mit unserer historischen Elektrolokomotive HGe 4/4 I Nr. 1992 stattfinden. Die betagte Dame, einst Symbol technischer Stärke und Präzision, hat in all den Jahren unzählige Kilometer auf den Zahnradstrecken der ehemaligen SBB-Brünigbahn zurückgelegt. Nun ist es wieder so weit: Nach jahrzehntelangem Einsatz und zahlreichen Sonderfahrten braucht sie eine gründliche Überholung, um bald wieder zuverlässig im Einsatz stehen zu können.

Anlässlich eines Festes der Zentralbahn konnte am 9. Juni 2013 die fahrbereite HGe 4/4 l der Öffentlichkeit präsentiert werden. Foto: Albana Kaba

Neue Vorschriften – längere Standzeit und höhere Kosten

Was im Bahnjargon oft als „etwas Pflege“ bezeichnet wird, bedeutet in Wahrheit einen umfassenden Eingriff – besonders bei historischen Lokomotiven. Bei unserer HGe 4/4 I müssen sämtliche Achsen ausgebaut und neu bandagiert werden, um den heutigen Sicherheits- und Betriebsanforderungen zu genügen. Glücklicherweise verfügt der Verein Meterspurbahn (VMB), dem die Lok gehört, über einen kompletten Satz bereits neu bandagierter Ersatzachsen – eine wertvolle Grundlage, die uns die kommende Revision etwas erleichtert. Doch auch diese Ersatzaschsen müssen aufgearbeitet werden. Von der Rissprüfung bis zur Bergbremsprobe mit der Lok ist ein langer Weg.

Wie wir hier in «historischen» Dokumenten sehen können, wurde die Lok letztmals vor mehr als 20 Jahren revidiert. Heute ist die historische SBB-Lokomotive im Rollmaterialbestand des Verein Meterspur Bahn. Abbildung: Sammlung VMB

Hohe Kosten für einen kleinen Verein

Auch wenn neue technische und gesetzliche Anforderungen zunächst nach mehr Aufwand und höheren Kosten klingen, sind sie letztlich ein Gewinn: Sie tragen zur erhöhten Sicherheit im historischen Bahnbetrieb bei und sichern den langfristigen Erhalt unseres Kulturguts. Gemeinsam mit Fachleuten und in enger Abstimmung mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV) wird der VMB nun genau prüfen, welche Arbeiten an der Lok erforderlich sind. Auf dieser Basis können wir ein realistisches Kostendach für die Aufarbeitung festlegen. Unsere HGe 4/4 I Nr. 1952 ist heute die einzige betriebsfähige Vertreterin ihrer Baureihe – ihre Schwesterlok existiert nicht mehr. Damit steht sie als authentisches Zeugnis für ein Stück Schweizer Bahngeschichte: die Geschichte der SBB-Brünigbahn, der einzigen meterspurigen Linie der SBB, und zugleich der einst stärksten Zahnradelektrolokomotive der Welt.

Beispiel der Radprofilmessung am WR 825. Foto: Beat Wuhrmann

Ihre Spende macht den Unterschied

Eine solche Revision ist mit erheblichen Kosten verbunden. Neben dem Einnahmeverlust, der durch die aktuelle Standzeit entsteht, müssen wir mit mehreren zehntausend Franken an Aufwendungen rechnen. Als kleiner Verein können wir dieses Projekt nur mit Ihrer Hilfe stemmen.

Jeder Beitrag – ob klein oder gross – hilft uns, die historische Lokomotive bald wieder fahrbereit zu machen und für kommende Generationen zu bewahren. Selbstverständlich stellen wir für alle Spenden einen Spendenausweis für Ihre Steuererklärung aus.

Helfen Sie mit, ein Stück Schweizer Eisenbahngeschichte am Brünig zu erhalten – damit die HGe 4/4 I Nr. 1952 bald wieder unter Strom steht!

Auch wenn die 72 Jahre alte Dame derzeit eine verdiente Pause einlegt, sind wir überzeugt: Dieser Abschied ist nicht für immer. Mit vereinten Kräften, Engagement und Ihrer Unterstützung wird sie schon bald wieder auf den Gleisen unterwegs sein – als rollendes Denkmal unserer einzigartigen Bahntradition. Danke für Ihre grosszügige Unterstützung.

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